Tiny Hemp House

Philosophie

Das TINY HEMP HOUSE folgt dem Gedanken natürlichen und einfachen Bauens. Das heißt, wir wählen simple und schöne Lösungen, setzten konsequent auf Naturbaustoffe und handwerkliche Arbeit und suchen in der Gestaltung von Form und Oberflächen die Nähe zur natürlichen Umgebung.

Angeregt wurde dieses Projekt durch die Vereinfachung des persönlichen Lebens hin zum Wesentlichen. Das begann mit einem über Wochen andauernden Ausmisten sämtlicher Lebensbereiche: Alte Kartons mit Schulsachen und anderem; Kleiderschrank; Küchenutensilien; Büroausstattung; Körperpflegebedarf uvm. – Das waren viele befreiende Momente und der Besinnung. Zum Beispiel beim meditativen Kleider falten nach #konmari

Plattform und Grundriss

Das TINY HEMP HOUSE war von Anfang an als stationäres Mobilheim gedacht. Für einen möglichen Ortswechsel sollte jedoch ein einfacher und unkomplizierter Transport möglich sein. Es war also nicht notwenig ein Fahrgestell als Plattform zu nutzen. Zudem war klar, dass das Gesamtgewicht die Grenze für KFZ-Anhänger von 3,5 Tonnen auf jeden Fall überschreiten würde. Der Fokus lag nicht, wie bereits erwähnt, auf einem beweglichen und leichtgewichtigen Haus.

Die Entscheidung fiel auf die vielgenutzte Wechselbrücken Plattform für LKW und Container. Für den Bau eines Tiny House eignet sich eine gebrauchte Wechselbrücke, die es bei jeder großen Spedition für relativ wenig Geld zu kaufen gibt (die werden immer wieder erneuert und daher aussorteirt). In unserem Fall hat die Wechselbrücke eine Länge von 7,5 m und eine Breite von 2,5 m. Dies sind auch die Außenmaße für den zu errichtenden Bau. Bei einer Ladehöhe von ca. 1,3 m ergibt sich bei einer maximalen Gesamthöhe eine Aufbauhöhe von 2,7 m. Ein zweites Halbgeschoss war somit ausgeschlossen. Soweit die Grundmaße.

Die Planung geht von einem Ein-Personen-Haushalt aus. Ein normaler Alltag soll völlig unabhängig möglich sein. Das bedeutet: Kochen, Wäsche waschen, Duschen, Trenntoilette, Wohnen, Schlafen, Arbeiten. Energieautarkie wurde nicht angestrebt um Kosten zu sparen. Daher gibt es einen Stromanschluss (36 Ampere), Kaltwasseranschluss und Abwasserleitung.

Bautechnik und Wandaufbau

Das TINY HEMP HOUSE besteht, wie der Name vermuten lässt, zu großen Teilen aus Hanf. Die Außenhülle besteht massiv aus 10 cm Hanfkalk von Hand gestampft. Der gesamte Korpus wird durch ein 6×6 cm2 Holzständer Gerüst mit Diagonalen getragen. In Boden und Decke wurde der Querschnitt auf 6×8 cm2 erhöht (je nach Dachnutzung empfiehlt sich ein größerer Querschnitt). Nach außen hin wird die Hanfkalk Wand durch eine direkt anliegende Holzschalung aus Lärche vor Wind und Wetter geschützt. Die Holzständer außenliegend angeordnet, sodass sie als Unterkonstruktion für die Holzschalung genutzt werden kann. Dadurch ergibt sich auf der Innenseite der Außenwände eine 4cm starke durchgehende Schicht aus Hanfkalk. Diese wird nach innen hin mit Lehm und Kalkputz, teils mit Holzvertäfelung (Schlafbereich) abgeschlossen.

Die Vollholzfenster sind in passgenaue Fensterlöcher der Holzständerkonstruktion eingeschraubt und seitlich wie oben von innen an die mit 2 cm überstehende Holzaußenschalung angeschlagen. An dieser Stelle wurde als eine der wenigen Ausnahmen ein Butylband als dauerelastische Dichtung zwischen Holzschalung und Fensterrahmen angebracht. Die Dauerhaftigkeit dieser Lösung wird sich noch zeigen. Von außen wurden schmale Fensterbleche angeschraubt. Die nach innen offene umlaufende Fuge zwischen Fensterrahmen und Holzständer wude mit Kalkfaterband abgedichtet und anschließend mit verputzt.

Im Innenbereich gibt es noch Trennwände welche massiv aus 40 mm starken Lärchenholzdielen geschreinert und zwischen Rohfußboden und Holzdecke geschraubt sind. Der Fußboden ist ebenfalls aus 30 mm starken Nut und Feder Dielen aus Lärche, die weiß gelaugt wurde.

Bei der Grundrissgestaltung wurden sämtliche notwendigen Aspekte berücksichtigt. Welche Funtkionsbereiche gehören nah zueinander, wo könnte es Störungen geben? Wasserentnahme und Abwasser wurdne möglichst nah beieinander geplant, sodass große Leitungen auf das geringste Maß reduziert werden konnten. Für die Grundrissplanung empfiehlt sich eine Beobachtung des eigenen Alltags über mehrere Wochen hin. So lernt man die eigenen Gewohnheiten kennen und kann Vorstellungen und Wünsche mit dem wirklichen Leben abgleichen. Das erspart sicherlich manches böse Erwachen später im Tiny House Leben. Schließlich ist der Platz bewusst beschränkt, sodass eine bewusste Auswahl der Tätigkeiten und den dafür eingeräumten Plätzen getroffen werden kann.

Bilder

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