Hanf und Kalk – Baustoff der Zukunft

Fakten

  • Ca. 30 % der CO2 Emissionen kommen vom Baugewerbe
  • Ca. 40 – 50 % der Abfälle kommen vom Baugewerbe
  • Ressourcen, wie z. B. Sand, gehören bald zu den Mangelressourcen

Lösungen

  • Nachwachsende Rohstoffe
  • Wiederverwertbare Rohstoffe (Kreislaufwirtschaft)
  • Natürliche Materialien

Weltweit werden konventionelle Baupraktiken immer unhaltbarer. Wir werden nicht nur mit der Notwendigkeit konfrontiert, Häuser für die wachsende Bevölkerung zu bauen, sondern üben auch immer mehr Druck auf unsere Ökosystene aus, da wir unsere natürlichen Ressourcen mit einer unaufhaltsamen Geschwindigkeit ausbeuten.

So schrieb der bekannte Wiener Architekt Dietmar Steiner, Mitbegründer des Wiener Architekturzentrums, kürlich in der Wiener Zeitung: „Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte“. Obwohl er sich sein Leben lang mit Architektur beschäftigt, spricht sich Dietmar Stein gegen das Bauen aus – zumindest in seiner derzeitigen umweltschädigenden Form.

Genialität durch Einfachheit

Warum Hanf?

Hanf wächst ca. 50 x schneller als Holz. Dadurch wrid eine große Menge an CO2 gebunden respektive später im Baustoff gespeichert. Durch das schnelle Wachstum hat er hervorragende thermische Eigenschaften, durch die Verbindung mit Kalk wird er brandsicher, Insektenresistent und steril. Auf einem Hektar wächst Biomasse für ca. ein Einfamilienhaus, ca. 1 – 1,5 Tonnen Lebensmittel und ca. 400 lm Textilie.

Somit wird auf 3 Ebenen nachhaltig gewirtschaftet: Baubranche, Landwirtschaft, Textilbranche.

Da der gesamte Wandaufbau aus nur zwei Materialien besteht, nämlich Hanf und Naturkalk, kann das Material sehr einfach wieder verwertet werden. Es entsteht kein Abfall!

In Bezug auf die bauphysikalischen Eigenschaften steht der große Vorteil darin, dass keine zusätzliche Dämmung notwendig (38 cm = U-Wert 0,17).

Hanfschäben haben die Fähigkeit in einer Minute das Vierfache ihres eigenen Gewichtes an Wasser aufzunehmen. Deshalb wirken Hanfputze und Hanfsteine wie Lehm, sie regulieren die Raumluft, ionisieren die Luft und sterilisieren die Wand. Das Ergebnis ist eine hohe Behaglichkeit was für die Gesundheit förderlich sein könnte.

Hanf ist ein Abfallprodukt aus der Lebensmittel- und Textilindustrie, wächst fast überall auf der Welt und kann viel fertig verarbeitet werden.

In Südtirol haben sich die Firmen Röfix, Salewa, Ecopassion und Schönthaler der Verarbeitung der Pflanze angenommen und bieten vielfältige Produkte aus einer regionalen Wertschöprungskette.

www.hanfstein.eu

Artikel im Hanf Magazin | Ausgabe 06 | 26. Oktober 2019 | Seite 122 ff